Begriffschaos im Land der Nachhaltigkeit und wie wir uns darin zurechtfinden können

Nachhaltigkeit, Fairtrade, ökologisch, Bio. Das alles sind Begriffe, die man seit einigen Jahren immer wieder hört. Die wenigsten wissen aber genau, was sie bedeuten und was dahintersteht. Bio ist nämlich nicht gleich nachhaltig und Fairtrade ist nicht immer unbedingt auch immer gleich nachhaltig.

Es gibt sie immer häufiger zu lesen in der Gesellschaft von heute. Begriffe wie Nachhaltigkeit, Fairtrade oder ethische und am besten auch noch biologische Produktion werden oft in einen Topf geworfen und nicht hinterfragt. Es gibt jedoch wesentliche Unterschiede zwischen all diesen Begriffen und Konzepten.

Das war mir nie richtig bewusst, in meinem Kopf war nämlich immer verankert: «Wenn etwas biologisch ist, dann ist es gut. Und wenn es gut ist, ist es auch nachhaltig. Und wenn etwas nachhaltig ist, dann ist es natürlich auch umweltfreundlich.» Dass dem nicht so ist, musste ich auf meinem Weg auch erst noch lernen. Denn es ist nämlich gut möglich, dass in einem Betrieb die genutzten Materialien aus biologischem Anbau sind, aber ob die Mitarbeiter gut behandelt werden hat nichts mit biologischem Anbau zu tun. Nur weil einer dieser vielen Trendbegriffe fällt, wird das Gesamtbild dadurch nicht komplett ersichtlich. Ich möchte euch hier nun über das Begriffswirrwarr im Land der Nachhaltigkeit aufklären. Denn auch ich war zu Beginn darin verloren.

Beginnen wir deshalb gleich mit Nachhaltigkeit selbst. Denn dies ist der Oberbegriff über allem. Nachhaltig sein bedeutet nichts anderes, als dass man der Welt nichts für immer wegnimmt. Es soll nichts für die nächste Generation beschädigt werden, was für uns noch vollkommen war. Nachhaltigkeit besteht dementsprechend aus den drei grossen Teilen Umwelt, Gesellschaft und Wirtschaft. Weder die Umwelt soll zerstört werden, noch soll unsere Gesellschaft gefährdet oder die Wirtschaft ausgenutzt werden.

Zum ersten dieser drei Teile gehören Begriffe wie biologisch, ökologisch oder umweltfreundlich. Biologische Produkte beinhalten nur natürliche Rohstoffe. Ökologisches Verhalten bezeichnet hingegen die Beziehung von uns als Lebewesen zu unserer Umwelt, ist also selbst wieder ein sehr grosser Begriff, der selbst auch wieder den Umweltschutz miteinschliesst. Dabei geht es nämlich darum, die natürliche Umwelt, also vor allem unsere Erde, nicht in ihrer Natürlichkeit zu beschädigen. Es kann also gesagt werden, dass ein grosser Teil eines nachhaltigen Verhaltens darunter fällt, unsere Umwelt nicht auszubeuten. Es geht darum, dass man sich die benötigten Ressourcen für die Produktion bewusst macht und dabei die Umwelt weder verschmutzt noch beschädigt. Dabei sind auch neue Technologien und Herangehensweise entscheidend um nicht in alten Mustern festzustecken.

Der gesellschaftliche Aspekt der Nachhaltigkeit liegt darin, dass neben der Umwelt auch keine Menschen ausgebeutet werden sollen. Denn jeder hat das Recht auf eine faire Anstellung, angemessene Löhne und einen Arbeitsplatz, der nicht die Gesundheit zerstört. Also kurz gefasst: Jeder hat das Recht, fair und ethisch korrekt behandelt zu werden. Begriffe wie Fairtrade betonen diese Aspekte und zeigen uns einen Einblick in die Produktion von dementsprechend betitelten Produkten. Trägt ein Kleidungsstück also das Label Fairtrade, heisst dies, dass die an diesem Stück beteiligten Menschen faire Arbeitsbedingungen haben. Nebst den Aspekten, die auf die Arbeitsbedingungen zielen, gehört jedoch auch die Bildungs- und Aufklärungsförderung zum Thema nachhaltige Zukunft zum gesellschaftlichen Aspekt nachhaltiger Produktion.

Hand in Hand damit geht der wirtschaftliche Teil des Nachhaltigkeitskonzepts. Eine funktionierende Wirtschaft ist für jeden wichtig, für die Grosskonzerne wie auch für den einzelnen Konsumenten. Dabei ist es entscheidend zu sehen, dass jeder einzelne Teil dieser Wirtschaftskette gut behandelt werden muss, damit auch die Wirtschaft selbst gut funktioniert. Es geht darum, dass durch die Wirtschaft, die Politik aber auch durch uns Konsumenten ein nachhaltiger Konsum und damit eine langlebige und nachhaltige Wirtschaft gefördert wird. Da diese einen langfristigen Weg sucht, an Sozialkriterien denkt und ohne Ausbeutung wachsen kann, bedeutet dies eine generelle Stärkung der Wirtschaft. Dies wiederum führt natürlich zu Wohlstand in der Gesellschaft und einer positiven Beziehung zwischen Mensch und Umwelt.

Wie du siehst kommen diese vielen Begriffe zu einem grossen Gesamtbild zusammen, welches wir als Nachhaltigkeit verstehen. Nachhaltiges Leben beinhaltet nicht nur biologische Materialien oder kurze Transportwege, sondern es betrifft den ganzen Produktionsprozess und auch den eigenen Lebensstil. Es geht darum unsere Umwelt, die Gesellschaft und dabei auch die Wirtschaft zu schützen und zu unterstützen.

Es ist also wichtig zu sehen, was hinter Betitelungen und angesagten Modebegriffen steckt, um wirklich zu verstehen, was man konsumiert. So schön ein Fast Fashion Pullover auch sein mag, ich persönlich möchte nichts unterstützen, bei dem ich genau weiss, dort leidet derjenige, der an der Nähmaschine sitzt und meinen Pullover herstellt.

Deshalb vertreten wir als Label die Meinung, Nachhaltigkeit ist das A und O. Uns ist nicht nur wichtig, dass unsere Stoffe ökologisch angebaut werden, sondern auch, dass unsere Produzenten faire Löhne bekommen. So möchten wir sicherstellen, dass unser gesamtes Produkt unserer Welt keinen Schaden anrichtet, sondern ihr vielmehr etwas zurückgibt. Nämlich ein einmaliges Tragegefühl, ohne auch nur einen Funken eines schlechten Gewissens. Und dabei sieht das Ganze auch noch gut aus.

Es ist also entscheidend, Unterschiede zwischen oftmals gedankenlos genutzten Begriffen zu erkennen und richtig darauf reagieren zu können. Mir persönlich hat das Kennenlernen dieser Unterschiede sehr geholfen, mich in diesem Wirrwarr zurechtzufinden. Ich weiss jetzt, was es bedeutet, wenn Baumwolle biologisch angebaut wird und wenn eine Marke das Fairtrade-Siegel trägt. Und ich hoffe, ich konnte auch für dich ein wenig Licht ins Dunkle bringen. Natürlich gibt es noch vieles mehr zu entdecken. Dafür kannst du gerne gespannt dran bleiben und unseren Blog verfolgen, denn wir stellen immer wieder Interessantes vor und gehen den Dingen auf den Grund. Denn wir leben Nachhaltigkeit.

Text verfasst von: Cynthia | Praktikantin Marketing & Design


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