7 Fragen an ... Seefeld.Style

Heute starten wir mit meiner neuen Vorstellungsreihe. Gerne stelle ich euch hier lokale Produkte oder Labels und die Macherinnen oder Macher dahinter vor. Den Start macht Sandra von Seefeld.Style mit ihren unbeschreiblich schönen aber noch viel wichtiger ultrabequemen Hosen. Für mich zu meiner Lieblingshose geworden!

Ich bin ...

Sandra und habe Seefeld.Style im Mutterschaftsurlaub gegründet, weil ich mir Hosen gewünscht habe, die mit dem Leben in seiner ganzen Fülle mithalten und sogar den Spagat zwischen Business und Kinderspielplatz schaffen. Mit der Hose fürs Leben möchte ich Frauen das starke Gefühl schenken, alles anpacken zu können, was der Tag einem vor die Füsse wirft.

Welcher Pullover in deinem Kleiderschrank hast du am liebsten und was verbindet dich damit?
Es gibt zwei Pullover, die ich besonders mag. Was beide gemeinsam haben: sie fühlen sich sehr gut an auf der Haut. Der eine ist ein uralter Strick-Cardigan, so gross dass man sich zum Meditieren darin einhüllen kann und der zweite ist ganz neu, zeitlos schön und hat eine berührende Geschichte: der Hand-in-Hand Charity Pulli von FEEL A FIL.

Was bedeutet Nachhaltigkeit für dich und wo siehst du im Moment die grössten Chancen darin?
Nachhaltigkeit bedeutet für mich, sich mit seinem eigenen Verhalten auseinander zu setzen. Was mich immer wieder erschreckt ist, wie viel Müll wir als Gesellschaft produzieren. Wir sind wohl die erste Generation, die schon fast darunter “leidet” zu viel von allem zu haben. Dinge verlieren ihren Wert.

Gerade die Modeindustrie trägt hier eine riesige Verantwortung. 30% aller produzierten Kleider werden gar nie verkauft und 50% aller verkauften Kleider landet innert einem Jahr bereits wieder auf dem Müll. Da werden unglaublich viele Ressourcen verschwendet. Ich allein kann dies zwar nicht verhindern, aber ich möchte mit Seefeld einen Weg gehen, der sich dem entgegenstellt.

Was möchtest du mit deiner Idee erreichen und was motiviert dich dazu?
Aus der Suche nach der passenden Hose entstand “Die Hose fürs Leben.” Damit stehen wir für Langlebigkeit, Verantwortung und Selbstbestimmung.

  • Langlebigkeit im Sinne der Qualität, des Designs und den Beziehungen zu unseren Kunden und Lieferanten.
  • Verantwortung ist was wir übernehmen um alles was wir tun immer besser und immer nachhaltiger zu machen.
  • Selbstbestimmung ist der zentrale Wert den wir fördern, weil er die Basis dafür ist, um “sich selber” zu sein. Selbstbestimmung nehmen wir nicht nur für unser eigenes Leben in Anspruch, sondern sprechen sie auch allen Beteiligten in unserer Liefer- und Wertschöpfungskette zu.

Was war deine mutigste Entscheidung, die du in deinem Leben getroffen hast?

Das ist eine sehr gute Frage. Was ist Mut? Den Schritt in die Selbstständigkeit zu wagen? Alleine durch Indien reisen? Sich 10 Tage in ein Schweige-Retreat zu begeben? Das sind Entscheidungen, die andere an mir mutig finden. Gegen den Strom zu schwimmen, weil es richtig ist, das finde ich mutig.

In welchem Bereich fällt es dir privat besonders leicht, nachhaltig zu handeln? Und wo eher schwer?
Verschwendung zu vermeiden gelingt mir schon ganz gut. Das heisst, ich kaufe bewusst ein und überlege mir, was mir lange Freude bereitet. Zum Glück kenne ich viele gute Handwerker*innen (Schumacher, Schneider, Schreiner, Goldschmied) die mir dabei helfen, die Lebensdauer meiner Dinge zu verlängern.

Eher schwer fällt es mir, wenn die nachhaltige Entscheidung bedeutet, dass ich dafür viel mehr Zeit investieren muss oder den Kindern einen Wunsch verwehren muss, ohne ihnen dafür eine altersgerechte Erklärung geben zu können.

Welchen Tipp würdest du jemandem geben, der gerade erst damit startet, etwas bewusster und nachhaltiger zu leben?
Was mir am besten hilft, nachhaltige Entscheidungen zu treffen, sind diese drei Fragen:

  • Wo tut mir Verändung am wenigsten weh? Das sind die vielen kleinen Dinge im Alltag, die in der Summe doch ziemlich was zusammen kriegen.
  • Welche Veränderung hat den grössten Hebel?
  • Brauche ich das wirklich? Also lieber weniger Dinge kaufen, dafür solche an denen man lange Freude hat. Auch mal etwas Second Hand kaufen oder einen Kleidertausch veranstalten.

Was ist deine persönliche #FEELHopeForTheFuture Anekdote?
Fuck-up Moments gehören zum Leben dazu. Das sind die Momente die einem auch als Unternehmensgründer immer wieder auf die Probe stellen, sich selber treu zu bleiben. Das zwingt einem, um die Ecke zu denken. Unverhofft können so wundervolle Dinge entstehen: Unsere Culottes, zum Beispiel, sind aus einer Stoff-Fehlproduktion entstanden. Zum Glück.

Entdecke hier das wunderschöne Sortiment von Seefeld.Style!

Text verfasst von: Selina | CEO, Head of Design